Hundephysiotherapie

Erkrankungen & Einsatzgebiete

Bei welchen Erkrankungen kann Hundephysiotherapie und Hundeosteopathie helfen?

Physiotherapie kann Hunde bei zahlreichen orthopädischen, neurologischen und altersbedingten Erkrankungen sowie nach Verletzungen und Operationen unterstützen. Auch bei Sport- und Arbeitshunden kann sie eingesetzt werden, um Bewegungsqualität, Kraft und Belastbarkeit gezielt zu fördern.

 

Dabei wird nicht nur eine einzelne schmerzhafte oder erkrankte Struktur betrachtet. Schmerzen, eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit oder neurologische Defizite verändern häufig das gesamte Bewegungsmuster. Andere Gliedmaßen, Muskelgruppen oder Abschnitte der Wirbelsäule übernehmen zusätzliche Arbeit – es entstehen Kompensationen.

 

Die physiotherapeutische Behandlung richtet sich deshalb nach der tierärztlichen Diagnose, dem individuellen funktionellen Befund und – insbesondere nach Verletzungen oder Operationen – der jeweiligen Heilungsphase.

 

Mögliche Therapieziele sind:

  • Schmerzen und sekundäre Muskelspannungen reduzieren
  • Gelenkbeweglichkeit erhalten oder verbessern
  • Muskelatrophie entgegenwirken und Muskulatur gezielt aufbauen
  • Kraft und Belastbarkeit verbessern
  • Koordination und Propriozeption fördern
  • neuromuskuläre Kontrolle verbessern
  • physiologische Bewegungsmuster fördern
  • Kompensationsmechanismen erkennen und reduzieren
  • die Rückkehr zu Alltags-, Sport- oder Arbeitsbelastungen begleiten
  • Mobilität und Lebensqualität möglichst lange erhalten

 

Arthrose beim Hund – Osteoarthritis und degenerative Gelenkerkrankungen

Arthrose ist eine chronisch-degenerative Gelenkerkrankung. Betroffene Hunde können unter anderem Anlaufschwierigkeiten, Steifheit nach Ruhephasen, Lahmheit, verminderte Belastbarkeit oder Schwierigkeiten beim Aufstehen, Treppensteigen und Springen zeigen.

 

Physiotherapie kann die strukturellen Gelenkveränderungen nicht rückgängig machen. Sie kann jedoch einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Management leisten.

 

Je nach Befund können Gelenkmobilisationen innerhalb des verträglichen Bewegungsausmaßes, Massage und myofasziale Techniken sowie aktive Bewegungstherapie eingesetzt werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Erhalt beziehungsweise Aufbau der gelenkstabilisierenden Muskulatur.

 

Ebenso wichtig ist die Behandlung sekundärer Kompensationen. Entlastet ein Hund beispielsweise dauerhaft ein schmerzhaftes Hinterbein, verändert sich häufig auch die Belastung von Rücken, Vordergliedmaßen und kontralateraler Hintergliedmaße.

 

Hüftdysplasie – HD beim Hund

Bei der Hüftgelenksdysplasie besteht eine Fehlentwicklung beziehungsweise Inkongruenz des Hüftgelenks. Je nach Ausprägung können Instabilität, Schmerzen und sekundäre Arthrose entstehen.

 

Physiotherapeutisch können unter anderem die funktionelle Beweglichkeit, die Muskulatur der Hinterhand und die Stabilität von Becken und Rumpf gefördert werden.

 

Aktive Übungen werden so gewählt, dass Kraft und Bewegungskontrolle verbessert werden, ohne das Gelenk unnötig zu überlasten.

 

Auch nach chirurgischer Versorgung einer Hüftgelenkserkrankung kann Physiotherapie Bestandteil der Rehabilitation sein.

 

Ellenbogendysplasie – ED, FCP, IPA und OCD

Unter Ellenbogendysplasie werden verschiedene Entwicklungsstörungen des Ellenbogengelenks zusammengefasst, darunter der fragmentierte Processus coronoideus medialis (FCP), der isolierte Processus anconaeus (IPA) und Osteochondrosis beziehungsweise Osteochondrosis dissecans (OC/OCD).

 

Chronische Veränderungen können zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und sekundärer Arthrose führen.

 

Physiotherapeutisch stehen je nach Befund der Erhalt der funktionellen Gelenkbeweglichkeit, Muskelaufbau und die Behandlung kompensatorisch überlasteter Strukturen im Vordergrund.

 

Kreuzbanderkrankung und Kreuzbandriss beim Hund

Die Erkrankung beziehungsweise Ruptur des kranialen Kreuzbandes gehört zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen der Hintergliedmaße. Sie führt zu einer Instabilität des Kniegelenks und häufig zu Schmerz, Entlastung, Muskelatrophie und einem veränderten Gangbild.

 

Nach operativer Versorgung – beispielsweise mittels TPLO oder TTA – oder im Rahmen einer konservativen Behandlung kann ein strukturierter Rehabilitationsplan sinnvoll sein.

 

Abhängig von Heilungsphase und tierärztlichen Vorgaben können unter anderem Maßnahmen zur Schwellungs- und Schmerzreduktion, passive beziehungsweise assistive Bewegungen, kontrollierte Gewichtsübernahme und später aktive Übungen eingesetzt werden. Mit zunehmender Belastbarkeit rücken Muskelkraft, Koordination, Propriozeption und neuromuskuläre Kontrolle stärker in den Mittelpunkt.

 

Patellaluxation – Kniescheibenluxation beim Hund

Bei einer Patellaluxation verlässt die Kniescheibe ihre physiologische Führung im Sulcus trochlearis. Typisch ist beispielsweise das intermittierende Hochziehen eines Hinterbeins. Abhängig vom Grad der Patellaluxation und der gewählten tierärztlichen Therapie kann Physiotherapie die funktionelle Stabilität der Hintergliedmaße unterstützen.

 

Nach einer Operation erfolgt der Belastungs- und Muskelaufbau entsprechend der Heilungsphase.

 

Osteochondrose und OCD

Osteochondrose beziehungsweise Osteochondrosis dissecans tritt vor allem bei wachsenden Hunden auf und kann verschiedene Gelenke betreffen.

 

Nach tierärztlicher Diagnostik und gegebenenfalls chirurgischer Versorgung kann die Rehabilitation dazu beitragen, Gelenkbeweglichkeit, Muskulatur und Belastbarkeit kontrolliert wieder aufzubauen.

 

Bandscheibenvorfall und IVDD beim Hund

Bandscheibenerkrankungen – häufig unter dem Begriff Intervertebral Disc Disease (IVDD) zusammengefasst – können von Rückenschmerzen bis zu ausgeprägten neurologischen Ausfällen reichen.

 

Die Rehabilitation unterscheidet sich entsprechend deutlich zwischen einem Hund mit Schmerzen ohne neurologische Defizite und einem Patienten mit Parese oder Plegie nach Bandscheibenoperation. Je nach neurologischem Status und Rehabilitationsphase können beispielsweise passive oder assistive Bewegungen, unterstütztes Stehen, kontrollierte Gewichtsverlagerungen und sensorische beziehungsweise propriozeptive Reize eingesetzt werden.

 

Sobald entsprechende motorische Funktionen vorhanden sind, können physiologische Bewegungsabläufe angebahnt und Kraft, Koordination und neuromuskuläre Kontrolle zunehmend aktiv trainiert werden.

 

Spondylose und Spondylarthrose

Bei einer Spondylose entstehen knöcherne Zubildungen an den Wirbelkörpern. Ein radiologischer Befund bedeutet dabei nicht automatisch, dass der Hund klinische Beschwerden haben muss.

 

Physiotherapeutisch werden knöcherne Veränderungen selbstverständlich nicht „wegmobilisiert“. Bei symptomatischen Hunden können vielmehr angrenzende bewegliche Wirbelsäulenabschnitte, Extremitätengelenke und sekundär verspannte Muskulatur behandelt werden. Gleichzeitig kann eine gezielte Stabilisierung der Rumpfmuskulatur sinnvoll sein.

 

Lumbosakrale Erkrankungen und Cauda-Equina-Syndrom

Die degenerative lumbosakrale Stenose kann unter anderem Schmerzen im lumbosakralen Bereich, Probleme beim Aufstehen oder Springen sowie neurologische Defizite verursachen.

 

Nach tierärztlicher beziehungsweise neurologischer Diagnostik richtet sich die physiotherapeutische Behandlung nach den vorhandenen funktionellen Einschränkungen.

 

Mögliche Ziele sind der Erhalt von Beweglichkeit, Kraft und Muskelmasse, eine verbesserte Rumpfstabilität sowie die Behandlung sekundärer muskulärer Kompensationen.

 

Degenerative Myelopathie – DM beim Hund

Die degenerative Myelopathie ist eine progressive Erkrankung des Nervensystems. Physiotherapie kann die zugrunde liegende Erkrankung nicht heilen. Das Ziel besteht vielmehr darin, vorhandene motorische Fähigkeiten, Muskelmasse und Mobilität möglichst lange zu erhalten.

 

Aktive beziehungsweise assistive Bewegung, Gleichgewichts- und Koordinationsübungen sowie ein an die zunehmenden Defizite angepasstes Umfeld können die funktionelle Selbstständigkeit unterstützen.

 

Fibrocartilaginöse Embolie – FCE

Eine fibrocartilaginöse Embolie kann zu plötzlich auftretenden neurologischen Ausfällen führen. Nach abgeschlossener tierärztlicher beziehungsweise neurologischer Diagnostik orientiert sich die Rehabilitation an den vorhandenen motorischen und sensorischen Funktionen.

 

Je nach Befund können unterstütztes Stehen und Gehen, Gewichtsverlagerungen, propriozeptive Stimulation und zunehmend aktive Übungen eingesetzt werden.

 

Wobbler-Syndrom / zervikale Spondylomyelopathie

Veränderungen im Bereich der Halswirbelsäule können das Rückenmark beeinträchtigen und unter anderem Ataxie, Paresen und eine veränderte Bewegungskoordination verursachen.

 

Aufgrund der möglichen Rückenmarkskompression ist eine fundierte tierärztlich-neurologische Diagnostik Voraussetzung für die weitere Therapie.

 

Die Rehabilitation wird anschließend individuell an Ursache, Stabilität und neurologischen Status angepasst.

 

Periphere Nervenläsionen und Paresen

Schädigungen peripherer Nerven können zu motorischen und/oder sensorischen Ausfällen führen.

 

Physiotherapeutische Ziele können der Erhalt der Gelenkbeweglichkeit, die Begrenzung sekundärer Muskelatrophie, sensorische Stimulation und – soweit neurologisch möglich – die Anbahnung funktioneller Bewegungsmuster sein.

 

Muskelverletzungen und Iliopsoas-Problematiken

Muskelzerrungen, Muskelfaserschäden oder Überlastungsprobleme benötigen eine an die jeweilige Heilungsphase angepasste Rehabilitation.

 

Nach der Akutphase erfolgt ein schrittweiser Belastungsaufbau mit dem Ziel, Beweglichkeit, Kraft und Belastbarkeit wiederherzustellen. Dabei sollte eine verspannte oder schmerzhafte Muskulatur nicht isoliert betrachtet werden: Entscheidend ist auch die Frage, warum diese Struktur überlastet wurde.

 

Sehnen- und Bandverletzungen

Nach Verletzungen von Sehnen und Bändern muss die Belastung kontrolliert und entsprechend der biologischen Gewebeheilung gesteigert werden.

 

Physiotherapie kann diesen Prozess mit angepasster Bewegungstherapie begleiten und später gezielt Kraft, Koordination und neuromuskuläre Kontrolle trainieren.

 

Rehabilitation nach Frakturen und Immobilisation

Nach Frakturen oder längerer Ruhigstellung können Muskelatrophie, Gelenksteifigkeit und deutliche Veränderungen des Bewegungsmusters entstehen.

 

Sobald die tierärztliche Freigabe vorliegt, kann die Belastung schrittweise gesteigert und Muskulatur wieder aufgebaut werden.

 

Rehabilitation nach Operationen

Eine strukturierte postoperative Rehabilitation kann beispielsweise nach TPLO, TTA, Kreuzbandoperationen, Operationen einer Patellaluxation, Bandscheibenoperationen, Frakturversorgung sowie anderen Gelenk- und Wirbelsäulenoperationen sinnvoll sein.

 

Dabei richten sich die therapeutischen Maßnahmen immer nach dem durchgeführten Eingriff, der Heilungsphase und den tierärztlichen Vorgaben.

 

Narbenbehandlung nach Operationen

Nach vollständiger Wundheilung können auch Narben und das umliegende Gewebe in die physiotherapeutische Behandlung einbezogen werden.

 

Ziel ist dabei nicht eine vermeintliche „Auflösung“ einer Narbe, sondern die Beurteilung und gegebenenfalls Verbesserung der Verschieblichkeit von Haut, Unterhaut und angrenzenden Gewebestrukturen.

 

Physiotherapie für alte Hunde und Seniorenhunde

Im Alter nehmen Muskelmasse, Kraft und häufig auch Gleichgewichtsreaktionen ab. Gleichzeitig treten Erkrankungen wie Arthrose häufiger auf.

 

Ein individuell angepasstes Bewegungsprogramm kann dazu beitragen, Kraft, Beweglichkeit und Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten.

 

Physiotherapie für Sport-, Jagd- und Arbeitshunde

Auch Hunde ohne akute Erkrankung können physiotherapeutisch begleitet werden.

 

Bei Agility, Canicross, Bikejöring, Mantrailing, Rettungshundearbeit, Dummyarbeit, Jagd, Obedience und anderen körperlich anspruchsvollen Aktivitäten können Kraft, Beweglichkeit, Koordination und Belastbarkeit gezielt trainiert werden.

 

Ebenso können Bewegungsasymmetrien oder wiederkehrende Überlastungsmuster frühzeitig erkannt werden.

 

Nicht jede Bewegungsstörung hat bereits eine Diagnose

Auch Veränderungen wie Lahmheit, steifer Gang, Schwierigkeiten beim Aufstehen, häufiges Stolpern, Bewegungsunlust, Probleme beim Treppensteigen oder Springen, Muskelabbau, asymmetrische Bemuskelung, veränderte Körperhaltung oder Leistungsabfall können Anlass für eine genauere Untersuchung sein.

 

Bei plötzlich auftretenden, ausgeprägten oder bislang ungeklärten Beschwerden steht zunächst die tierärztliche Diagnostik im Vordergrund.

 

Hundephysiotherapie und Hundeosteopathie in Nöda bei Erfurt

In meiner Praxis in Nöda bei Erfurt sowie – je nach Fall – im Rahmen mobiler Behandlungen verbinde ich physiotherapeutische und osteopathische Untersuchungs- und Behandlungstechniken.

 

Je nach Befund und Indikation können unter anderem Massage, Gelenkmobilisation, myofasziale Techniken, Bewegungstherapie, Koordinations- und Krafttraining, Thermo- und Kryotherapie, Taping, Elektrotherapie und weitere physiotherapeutische Maßnahmen eingesetzt werden.

 

Entscheidend ist dabei nicht nur die Diagnose auf dem Papier, sondern die Frage:

Welche funktionellen Einschränkungen zeigt genau dieser Hund – und was benötigt er, um sich möglichst schmerzarm, sicher und physiologisch bewegen zu können?

Bei welchen Erkrankungen kann Hundephysiotherapie und Hundeosteopathie helfen?

Physiotherapie kann Hunde bei zahlreichen orthopädischen, neurologischen und altersbedingten Erkrankungen sowie nach Verletzungen und Operationen unterstützen. Auch bei Sport- und Arbeitshunden kann sie eingesetzt werden, um Bewegungsqualität, Kraft und Belastbarkeit gezielt zu fördern.

 

Dabei wird nicht nur eine einzelne schmerzhafte oder erkrankte Struktur betrachtet. Schmerzen, eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit oder neurologische Defizite verändern häufig das gesamte Bewegungsmuster. Andere Gliedmaßen, Muskelgruppen oder Abschnitte der Wirbelsäule übernehmen zusätzliche Arbeit – es entstehen Kompensationen.

 

Die physiotherapeutische Behandlung richtet sich deshalb nach der tierärztlichen Diagnose, dem individuellen funktionellen Befund und – insbesondere nach Verletzungen oder Operationen – der jeweiligen Heilungsphase.

 

Mögliche Therapieziele sind:

  • Schmerzen und sekundäre Muskelspannungen reduzieren
  • Gelenkbeweglichkeit erhalten oder verbessern
  • Muskelatrophie entgegenwirken und Muskulatur gezielt aufbauen
  • Kraft und Belastbarkeit verbessern
  • Koordination und Propriozeption fördern
  • neuromuskuläre Kontrolle verbessern
  • physiologische Bewegungsmuster fördern
  • Kompensationsmechanismen erkennen und reduzieren
  • die Rückkehr zu Alltags-, Sport- oder Arbeitsbelastungen begleiten
  • Mobilität und Lebensqualität möglichst lange erhalten

 

Arthrose beim Hund – Osteoarthritis und degenerative Gelenkerkrankungen

Arthrose ist eine chronisch-degenerative Gelenkerkrankung. Betroffene Hunde können unter anderem Anlaufschwierigkeiten, Steifheit nach Ruhephasen, Lahmheit, verminderte Belastbarkeit oder Schwierigkeiten beim Aufstehen, Treppensteigen und Springen zeigen.

 

Physiotherapie kann die strukturellen Gelenkveränderungen nicht rückgängig machen. Sie kann jedoch einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Management leisten.

 

Je nach Befund können Gelenkmobilisationen innerhalb des verträglichen Bewegungsausmaßes, Massage und myofasziale Techniken sowie aktive Bewegungstherapie eingesetzt werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Erhalt beziehungsweise Aufbau der gelenkstabilisierenden Muskulatur.

 

Ebenso wichtig ist die Behandlung sekundärer Kompensationen. Entlastet ein Hund beispielsweise dauerhaft ein schmerzhaftes Hinterbein, verändert sich häufig auch die Belastung von Rücken, Vordergliedmaßen und kontralateraler Hintergliedmaße.

 

Hüftdysplasie – HD beim Hund

Bei der Hüftgelenksdysplasie besteht eine Fehlentwicklung beziehungsweise Inkongruenz des Hüftgelenks. Je nach Ausprägung können Instabilität, Schmerzen und sekundäre Arthrose entstehen.

 

Physiotherapeutisch können unter anderem die funktionelle Beweglichkeit, die Muskulatur der Hinterhand und die Stabilität von Becken und Rumpf gefördert werden.

 

Aktive Übungen werden so gewählt, dass Kraft und Bewegungskontrolle verbessert werden, ohne das Gelenk unnötig zu überlasten.

 

Auch nach chirurgischer Versorgung einer Hüftgelenkserkrankung kann Physiotherapie Bestandteil der Rehabilitation sein.

 

Ellenbogendysplasie – ED, FCP, IPA und OCD

Unter Ellenbogendysplasie werden verschiedene Entwicklungsstörungen des Ellenbogengelenks zusammengefasst, darunter der fragmentierte Processus coronoideus medialis (FCP), der isolierte Processus anconaeus (IPA) und Osteochondrosis beziehungsweise Osteochondrosis dissecans (OC/OCD).

 

Chronische Veränderungen können zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und sekundärer Arthrose führen.

 

Physiotherapeutisch stehen je nach Befund der Erhalt der funktionellen Gelenkbeweglichkeit, Muskelaufbau und die Behandlung kompensatorisch überlasteter Strukturen im Vordergrund.

 

Kreuzbanderkrankung und Kreuzbandriss beim Hund

Die Erkrankung beziehungsweise Ruptur des kranialen Kreuzbandes gehört zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen der Hintergliedmaße. Sie führt zu einer Instabilität des Kniegelenks und häufig zu Schmerz, Entlastung, Muskelatrophie und einem veränderten Gangbild.

 

Nach operativer Versorgung – beispielsweise mittels TPLO oder TTA – oder im Rahmen einer konservativen Behandlung kann ein strukturierter Rehabilitationsplan sinnvoll sein.

 

Abhängig von Heilungsphase und tierärztlichen Vorgaben können unter anderem Maßnahmen zur Schwellungs- und Schmerzreduktion, passive beziehungsweise assistive Bewegungen, kontrollierte Gewichtsübernahme und später aktive Übungen eingesetzt werden. Mit zunehmender Belastbarkeit rücken Muskelkraft, Koordination, Propriozeption und neuromuskuläre Kontrolle stärker in den Mittelpunkt.

 

Patellaluxation – Kniescheibenluxation beim Hund

Bei einer Patellaluxation verlässt die Kniescheibe ihre physiologische Führung im Sulcus trochlearis. Typisch ist beispielsweise das intermittierende Hochziehen eines Hinterbeins. Abhängig vom Grad der Patellaluxation und der gewählten tierärztlichen Therapie kann Physiotherapie die funktionelle Stabilität der Hintergliedmaße unterstützen.

 

Nach einer Operation erfolgt der Belastungs- und Muskelaufbau entsprechend der Heilungsphase.

 

Osteochondrose und OCD

Osteochondrose beziehungsweise Osteochondrosis dissecans tritt vor allem bei wachsenden Hunden auf und kann verschiedene Gelenke betreffen.

 

Nach tierärztlicher Diagnostik und gegebenenfalls chirurgischer Versorgung kann die Rehabilitation dazu beitragen, Gelenkbeweglichkeit, Muskulatur und Belastbarkeit kontrolliert wieder aufzubauen.

 

Bandscheibenvorfall und IVDD beim Hund

Bandscheibenerkrankungen – häufig unter dem Begriff Intervertebral Disc Disease (IVDD) zusammengefasst – können von Rückenschmerzen bis zu ausgeprägten neurologischen Ausfällen reichen.

 

Die Rehabilitation unterscheidet sich entsprechend deutlich zwischen einem Hund mit Schmerzen ohne neurologische Defizite und einem Patienten mit Parese oder Plegie nach Bandscheibenoperation. Je nach neurologischem Status und Rehabilitationsphase können beispielsweise passive oder assistive Bewegungen, unterstütztes Stehen, kontrollierte Gewichtsverlagerungen und sensorische beziehungsweise propriozeptive Reize eingesetzt werden.

 

Sobald entsprechende motorische Funktionen vorhanden sind, können physiologische Bewegungsabläufe angebahnt und Kraft, Koordination und neuromuskuläre Kontrolle zunehmend aktiv trainiert werden.

 

Spondylose und Spondylarthrose

Bei einer Spondylose entstehen knöcherne Zubildungen an den Wirbelkörpern. Ein radiologischer Befund bedeutet dabei nicht automatisch, dass der Hund klinische Beschwerden haben muss.

 

Physiotherapeutisch werden knöcherne Veränderungen selbstverständlich nicht „wegmobilisiert“. Bei symptomatischen Hunden können vielmehr angrenzende bewegliche Wirbelsäulenabschnitte, Extremitätengelenke und sekundär verspannte Muskulatur behandelt werden. Gleichzeitig kann eine gezielte Stabilisierung der Rumpfmuskulatur sinnvoll sein.

 

Lumbosakrale Erkrankungen und Cauda-Equina-Syndrom

Die degenerative lumbosakrale Stenose kann unter anderem Schmerzen im lumbosakralen Bereich, Probleme beim Aufstehen oder Springen sowie neurologische Defizite verursachen.

 

Nach tierärztlicher beziehungsweise neurologischer Diagnostik richtet sich die physiotherapeutische Behandlung nach den vorhandenen funktionellen Einschränkungen.

 

Mögliche Ziele sind der Erhalt von Beweglichkeit, Kraft und Muskelmasse, eine verbesserte Rumpfstabilität sowie die Behandlung sekundärer muskulärer Kompensationen.

 

Degenerative Myelopathie – DM beim Hund

Die degenerative Myelopathie ist eine progressive Erkrankung des Nervensystems. Physiotherapie kann die zugrunde liegende Erkrankung nicht heilen. Das Ziel besteht vielmehr darin, vorhandene motorische Fähigkeiten, Muskelmasse und Mobilität möglichst lange zu erhalten.

 

Aktive beziehungsweise assistive Bewegung, Gleichgewichts- und Koordinationsübungen sowie ein an die zunehmenden Defizite angepasstes Umfeld können die funktionelle Selbstständigkeit unterstützen.

 

Fibrocartilaginöse Embolie – FCE

Eine fibrocartilaginöse Embolie kann zu plötzlich auftretenden neurologischen Ausfällen führen. Nach abgeschlossener tierärztlicher beziehungsweise neurologischer Diagnostik orientiert sich die Rehabilitation an den vorhandenen motorischen und sensorischen Funktionen.

 

Je nach Befund können unterstütztes Stehen und Gehen, Gewichtsverlagerungen, propriozeptive Stimulation und zunehmend aktive Übungen eingesetzt werden.

 

Wobbler-Syndrom / zervikale Spondylomyelopathie

Veränderungen im Bereich der Halswirbelsäule können das Rückenmark beeinträchtigen und unter anderem Ataxie, Paresen und eine veränderte Bewegungskoordination verursachen.

 

Aufgrund der möglichen Rückenmarkskompression ist eine fundierte tierärztlich-neurologische Diagnostik Voraussetzung für die weitere Therapie.

 

Die Rehabilitation wird anschließend individuell an Ursache, Stabilität und neurologischen Status angepasst.

 

Periphere Nervenläsionen und Paresen

Schädigungen peripherer Nerven können zu motorischen und/oder sensorischen Ausfällen führen.

 

Physiotherapeutische Ziele können der Erhalt der Gelenkbeweglichkeit, die Begrenzung sekundärer Muskelatrophie, sensorische Stimulation und – soweit neurologisch möglich – die Anbahnung funktioneller Bewegungsmuster sein.

 

Muskelverletzungen und Iliopsoas-Problematiken

Muskelzerrungen, Muskelfaserschäden oder Überlastungsprobleme benötigen eine an die jeweilige Heilungsphase angepasste Rehabilitation.

 

Nach der Akutphase erfolgt ein schrittweiser Belastungsaufbau mit dem Ziel, Beweglichkeit, Kraft und Belastbarkeit wiederherzustellen. Dabei sollte eine verspannte oder schmerzhafte Muskulatur nicht isoliert betrachtet werden: Entscheidend ist auch die Frage, warum diese Struktur überlastet wurde.

 

Sehnen- und Bandverletzungen

Nach Verletzungen von Sehnen und Bändern muss die Belastung kontrolliert und entsprechend der biologischen Gewebeheilung gesteigert werden.

 

Physiotherapie kann diesen Prozess mit angepasster Bewegungstherapie begleiten und später gezielt Kraft, Koordination und neuromuskuläre Kontrolle trainieren.

 

Rehabilitation nach Frakturen und Immobilisation

Nach Frakturen oder längerer Ruhigstellung können Muskelatrophie, Gelenksteifigkeit und deutliche Veränderungen des Bewegungsmusters entstehen.

 

Sobald die tierärztliche Freigabe vorliegt, kann die Belastung schrittweise gesteigert und Muskulatur wieder aufgebaut werden.

 

Rehabilitation nach Operationen

Eine strukturierte postoperative Rehabilitation kann beispielsweise nach TPLO, TTA, Kreuzbandoperationen, Operationen einer Patellaluxation, Bandscheibenoperationen, Frakturversorgung sowie anderen Gelenk- und Wirbelsäulenoperationen sinnvoll sein.

 

Dabei richten sich die therapeutischen Maßnahmen immer nach dem durchgeführten Eingriff, der Heilungsphase und den tierärztlichen Vorgaben.

 

Narbenbehandlung nach Operationen

Nach vollständiger Wundheilung können auch Narben und das umliegende Gewebe in die physiotherapeutische Behandlung einbezogen werden.

 

Ziel ist dabei nicht eine vermeintliche „Auflösung“ einer Narbe, sondern die Beurteilung und gegebenenfalls Verbesserung der Verschieblichkeit von Haut, Unterhaut und angrenzenden Gewebestrukturen.

 

Physiotherapie für alte Hunde und Seniorenhunde

Im Alter nehmen Muskelmasse, Kraft und häufig auch Gleichgewichtsreaktionen ab. Gleichzeitig treten Erkrankungen wie Arthrose häufiger auf.

 

Ein individuell angepasstes Bewegungsprogramm kann dazu beitragen, Kraft, Beweglichkeit und Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten.

 

Physiotherapie für Sport-, Jagd- und Arbeitshunde

Auch Hunde ohne akute Erkrankung können physiotherapeutisch begleitet werden.

 

Bei Agility, Canicross, Bikejöring, Mantrailing, Rettungshundearbeit, Dummyarbeit, Jagd, Obedience und anderen körperlich anspruchsvollen Aktivitäten können Kraft, Beweglichkeit, Koordination und Belastbarkeit gezielt trainiert werden.

 

Ebenso können Bewegungsasymmetrien oder wiederkehrende Überlastungsmuster frühzeitig erkannt werden.

 

Nicht jede Bewegungsstörung hat bereits eine Diagnose

Auch Veränderungen wie Lahmheit, steifer Gang, Schwierigkeiten beim Aufstehen, häufiges Stolpern, Bewegungsunlust, Probleme beim Treppensteigen oder Springen, Muskelabbau, asymmetrische Bemuskelung, veränderte Körperhaltung oder Leistungsabfall können Anlass für eine genauere Untersuchung sein.

 

Bei plötzlich auftretenden, ausgeprägten oder bislang ungeklärten Beschwerden steht zunächst die tierärztliche Diagnostik im Vordergrund.

 

Hundephysiotherapie und Hundeosteopathie in Nöda bei Erfurt

In meiner Praxis in Nöda bei Erfurt sowie – je nach Fall – im Rahmen mobiler Behandlungen verbinde ich physiotherapeutische und osteopathische Untersuchungs- und Behandlungstechniken.

 

Je nach Befund und Indikation können unter anderem Massage, Gelenkmobilisation, myofasziale Techniken, Bewegungstherapie, Koordinations- und Krafttraining, Thermo- und Kryotherapie, Taping, Elektrotherapie und weitere physiotherapeutische Maßnahmen eingesetzt werden.

 

Entscheidend ist dabei nicht nur die Diagnose auf dem Papier, sondern die Frage:

Welche funktionellen Einschränkungen zeigt genau dieser Hund – und was benötigt er, um sich möglichst schmerzarm, sicher und physiologisch bewegen zu können?

Pferdephysiotherapie

Erkrankungen & Einsatzgebiete

Bei welchen Erkrankungen kann Pferdephysiotherapie und Pferdeosteopathie helfen?

Nicht immer zeigt ein Pferd körperliche Beschwerden durch eine eindeutige Lahmheit. Häufig fallen zunächst Veränderungen im Bewegungsablauf, der Rittigkeit oder der Muskulatur auf.

 

Das Pferd lässt sich vielleicht auf einer Seite schlechter stellen, springt auf einer Hand ungern an, tritt mit einer Hintergliedmaße kürzer, stolpert häufiger, zeigt Probleme beim Rückwärtsrichten oder entwickelt trotz Training keine gleichmäßige Oberlinie.

 

Physiotherapie kann Pferde bei zahlreichen Erkrankungen des Bewegungsapparates, während der Rehabilitation nach Verletzungen und Operationen und bei bestimmten neurologischen Erkrankungen unterstützen. Auch bei chronischen internistischen Erkrankungen können funktionelle Begleiterscheinungen des Bewegungsapparates physiotherapeutisch relevant sein.

 

Dabei wird nicht ausschließlich die diagnostizierte Struktur betrachtet. Schmerzen oder Funktionsverluste einer Gliedmaße können das Bewegungsmuster des gesamten Pferdes verändern und sekundäre Überlastungen an anderen Gliedmaßen, Becken, Rücken, Brustkorb oder Hals hervorrufen.

 

Arthrose beim Pferd

Degenerative Gelenkerkrankungen können nahezu jedes Gelenk betreffen. Mögliche Folgen sind Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit, Steifheit und kompensatorische Veränderungen des Bewegungsablaufs.

 

Physiotherapie kann die arthrotischen Veränderungen selbst nicht rückgängig machen. Ziel ist vielmehr, vorhandene funktionelle Beweglichkeit möglichst zu erhalten, die gelenkstabilisierende Muskulatur zu fördern und sekundäre Muskel- und Faszienspannungen zu reduzieren.

 

Spat beim Pferd

Als Spat werden arthrotische Veränderungen der distalen Gelenkabteilungen des Sprunggelenks bezeichnet. Betroffene Pferde können unter anderem Anlaufschwierigkeiten, Steifheit und ein verändertes Bewegungsmuster der Hinterhand zeigen.

 

Neben der tierärztlichen Behandlung können die funktionelle Beweglichkeit angrenzender Strukturen sowie Kraft und Koordination der Hinterhand gefördert werden.

 

Besondere Aufmerksamkeit verdienen mögliche Kompensationen in Knie, Hüftregion, Becken, Rücken sowie der gegenüberliegenden Gliedmaße.

 

Schale und weitere Gelenkarthrosen

Auch bei Schale, Arthrose der Zehengelenke sowie degenerativen Veränderungen von Fessel-, Karpal-, Knie- oder anderen Gelenken können sekundäre funktionelle Einschränkungen physiotherapeutisch begleitet werden.

 

Dabei wird nicht versucht, knöcherne Veränderungen manuell zu beseitigen. Behandelt werden vielmehr funktionell beeinflussbare Faktoren wie Beweglichkeit angrenzender Strukturen, Muskulatur und kompensatorische Belastungsmuster.

 

Kissing Spines beim Pferd

Unter Kissing Spines werden Veränderungen im Bereich der Dornfortsätze der Wirbelsäule verstanden, insbesondere eng stehende oder sich berührende Dornfortsätze.

 

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einem bildgebenden Befund und dessen tatsächlicher klinischer Relevanz. Nicht jedes Pferd mit radiologischen Veränderungen zeigt entsprechende Rückenschmerzen. Bei klinisch relevanten Befunden kann Rehabilitation nach tierärztlicher Schmerztherapie beziehungsweise Behandlung einen wichtigen Stellenwert einnehmen.

 

Im Mittelpunkt können die Aktivierung und Koordination der Rumpfmuskulatur, eine verbesserte Bewegungskontrolle sowie ein systematisch aufgebautes Training stehen. Je nach Pferd können beispielsweise aktive Mobilisationsübungen, gezielte Bodenarbeit und später gymnastizierende Übungen eingesetzt werden.

 

Rückenschmerzen beim Pferd

Rückenschmerzen können zahlreiche Ursachen haben: Erkrankungen der Wirbelsäule, muskuläre Überlastung, Probleme einer Gliedmaße, unpassende Ausrüstung oder kompensatorische Bewegungsmuster kommen unter anderem infrage.

 

Eine verspannte Rückenmuskulatur ist deshalb zunächst ein Befund und keine Ursachenbeschreibung. Neben manuellen Weichteil- und myofaszialen Techniken können – abhängig von Ursache und Befund – Mobilisationsübungen und aktive Bewegungstherapie sinnvoll sein.

 

Halswirbelsäule und eingeschränkte Halsbeweglichkeit

Asymmetrische Halsbeweglichkeit oder Schwierigkeiten bei Stellung und Biegung können unterschiedliche Ursachen haben.

 

Physiotherapeutisch können funktionell eingeschränkte Gelenke sowie Muskulatur und myofasziale Strukturen untersucht und entsprechend behandelt werden. Bei Ataxie, deutlichen Koordinationsproblemen oder anderen neurologischen Auffälligkeiten steht dagegen zunächst die tierärztliche Diagnostik im Vordergrund.

 

Facettengelenke und Wirbelsäulenarthrose

Degenerative Veränderungen der Wirbelgelenke können unter anderem an Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule auftreten.

 

Nach tierärztlicher Diagnostik kann die Rehabilitation auf Schmerzmanagement, Erhalt funktioneller Beweglichkeit sowie Verbesserung der Rumpfkraft und Bewegungskontrolle ausgerichtet werden.

 

Iliosakralregion / ISG

Die Sakroiliakalregion ist wesentlich an der Kraftübertragung zwischen Hintergliedmaßen und Wirbelsäule beteiligt.

 

Schmerzen beziehungsweise Funktionsstörungen in diesem Bereich können sich unter anderem in reduzierter Leistungsfähigkeit, verändertem Hinterhandgebrauch oder Problemen bei bestimmten Bewegungsaufgaben äußern.

 

Statt eine vermeintliche „ISG-Blockade einzurenken“, richtet sich die physiotherapeutische Betrachtung auf die Funktion des gesamten lumbosakralen und pelvinen Systems. Je nach Befund können Rumpfkraft, Hinterhandkontrolle, Koordination und Beweglichkeit angrenzender Strukturen gezielt gefördert werden.

 

Sehnenverletzungen beim Pferd

Verletzungen beispielsweise der oberflächlichen oder tiefen Beugesehne benötigen eine sorgfältig gesteuerte Rehabilitation.

 

Entscheidend ist eine schrittweise Belastungssteigerung entsprechend der tierärztlichen Verlaufskontrolle und der biologischen Gewebeheilung. Im weiteren Verlauf können neben dem eigentlichen Belastungsaufbau auch Propriozeption, neuromuskuläre Kontrolle, Kraft und Koordination trainiert werden. Ebenso wichtig ist die Behandlung sekundärer Kompensationen, die während einer längeren Schonphase entstanden sind.

 

Fesselträger- und Bandverletzungen

Auch nach Verletzungen des Fesselträgers oder anderer Bandstrukturen muss Belastung kontrolliert aufgebaut werden.

 

Art und Geschwindigkeit der Rehabilitation hängen von Lokalisation, Ausmaß der Verletzung und Heilungsverlauf ab.

 

Physiotherapeutisch können zusätzlich kompensatorische Veränderungen des übrigen Bewegungsapparates berücksichtigt werden.

 

Muskelverletzungen und Muskelprobleme

Muskelzerrungen, Muskelfaserschäden und chronische Überlastungen können Bewegungsqualität und Leistungsfähigkeit erheblich beeinflussen.

 

Die Therapie richtet sich nach der Heilungsphase.

 

Nach einer akuten Verletzung steht zunächst die tierärztliche Abklärung im Vordergrund. Später können manuelle Techniken und ein kontrollierter aktiver Belastungsaufbau eingesetzt werden.

 

Bei wiederkehrenden Muskelverspannungen sollte außerdem untersucht werden, warum die betreffende Muskelgruppe dauerhaft mehr Arbeit übernimmt.

 

Knieprobleme und Patellafixation

Probleme im Bereich des Kniegelenks können den gesamten Bewegungsablauf der Hinterhand beeinflussen.

 

Bei einer verzögerten beziehungsweise intermittierenden Patellafreigabe kann – abhängig vom tierärztlichen Befund – ein gezieltes Trainingsprogramm zur Verbesserung von Kraft und Bewegungskontrolle der Hinterhand sinnvoll sein.

 

Rehabilitation nach Arthroskopien und orthopädischen Operationen

Nach Gelenkoperationen, Arthroskopien oder anderen orthopädischen Eingriffen können kontrollierter Bewegungsaufbau und gezieltes Muskeltraining die Rückkehr zur normalen Belastung begleiten.

 

Die Maßnahmen richten sich nach Operationsverfahren, Gewebeheilung und tierärztlichen Vorgaben.

 

Equines Asthma – früher unter anderem RAO, COB oder IAD

Unter dem Begriff Equines Asthma werden heute verschiedene entzündliche Erkrankungen der unteren Atemwege zusammengefasst. Ältere Bezeichnungen wie RAO, COB, IAD oder COPD finden sich insbesondere bei der Suche nach Informationen weiterhin häufig.

 

Equines Asthma ist primär eine internistische Atemwegserkrankung. Diagnostik und Behandlung gehören in tierärztliche Hand.

 

Von zentraler Bedeutung sind insbesondere die Reduktion inhalativer Auslöser durch konsequentes Haltungs- und Fütterungsmanagement sowie – abhängig vom Schweregrad – die tierärztliche medikamentöse Behandlung.

 

Physiotherapie ersetzt diese Maßnahmen nicht.

 

Dennoch kann ein chronisches Atemwegsproblem auch für den Bewegungsapparat relevant werden. Eine erhöhte Atemarbeit kann die Beanspruchung von Atem- und Atemhilfsmuskulatur verändern. Gleichzeitig können verminderte Belastbarkeit und Trainingspausen zu einem Verlust von Kondition und Muskulatur führen.

 

Physiotherapeutisch können deshalb sekundäre muskuloskelettale Befunde behandelt und – bei tierärztlich ausreichend eingestelltem und belastbarem Pferd – Kondition und Muskulatur kontrolliert wieder aufgebaut werden.

 

Das Trainingsprogramm muss dabei individuell an Erkrankungsgrad, aktuelle Atemwegssituation und Belastbarkeit angepasst werden. Manuelle Techniken am Brustkorb oder an der Muskulatur sind daher nicht als Behandlung der zugrunde liegenden Atemwegsentzündung zu verstehen, sondern können bei entsprechenden funktionellen Begleitbefunden eingesetzt werden.

 

Ataxie und neurologische Erkrankungen

Ataxie beschreibt eine Störung der Bewegungskoordination und ist keine eigenständige Diagnose. Unterschiedliche Erkrankungen des Nervensystems können ihr zugrunde liegen.

 

Bei neurologischen Auffälligkeiten ist deshalb zunächst eine tierärztliche neurologische Untersuchung erforderlich.

 

Ist eine physiotherapeutische Rehabilitation vertretbar, können – abhängig von Diagnose und Sicherheit – beispielsweise Propriozeption, Koordination und neuromuskuläre Kontrolle trainiert werden.

 

Die Sicherheit von Pferd, Therapeut und Besitzer hat dabei immer Vorrang.

 

Wobbler-Syndrom / zervikale vertebrale Stenose

Beim Wobbler-Syndrom können Veränderungen im Bereich der Halswirbelsäule das Rückenmark beeinträchtigen und zu Ataxie führen.

 

Hier ist eine fundierte tierärztliche Diagnostik unverzichtbar.

 

Ob und in welchem Umfang aktive oder manuelle physiotherapeutische Maßnahmen sinnvoll und sicher sind, muss anhand des individuellen Befundes entschieden werden.

 

Shivering beim Pferd

Shivering ist eine neurologische Bewegungsstörung, die sich insbesondere durch charakteristische episodische Bewegungsauffälligkeiten der Hintergliedmaßen und teilweise des Schweifes zeigt.

 

Häufig werden Auffälligkeiten beispielsweise beim Rückwärtsrichten oder beim Aufnehmen einer Hintergliedmaße sichtbar.

 

Physiotherapie kann Shivering nicht heilen. Abhängig vom individuellen Pferd kann sie jedoch dazu beitragen, allgemeine Kraft, Beweglichkeit und Bewegungskontrolle zu erhalten sowie sekundäre muskuloskelettale Überlastungen zu behandeln.

 

Das Management sollte dabei an die individuellen Auslöser und Schwierigkeiten des Pferdes angepasst werden.

 

Auch mit Shivering habe ich persönliche Erfahrung: Mein eigenes Pferd ist davon betroffen. Neben meiner therapeutischen Auseinandersetzung mit dem Krankheitsbild kenne ich daher auch die Herausforderungen, die Shivering im täglichen Umgang, beim Training oder beispielsweise beim Hufegeben mit sich bringen kann.

 

Wenn dein Pferd von Shivering betroffen ist, darfst du dich deshalb auch gerne über die eigentliche physiotherapeutische Behandlung hinaus mit mir zu diesem Thema austauschen.

 

Stringhalt / Hahnentritt

Beim Stringhalt oder Hahnentritt kommt es zu einer unwillkürlichen, teilweise ausgeprägten Hyperflexion einer oder beider Hintergliedmaßen.

 

Da unterschiedliche Formen und Ursachen möglich sind, steht zunächst die tierärztliche Diagnostik im Vordergrund. Physiotherapeutisch können – abhängig von Ursache und Verlauf – insbesondere sekundäre muskuläre Veränderungen sowie Kraft und Bewegungsfunktion berücksichtigt werden.

 

PSSM1, PSSM2 / MIM und andere Myopathien

Unter dem Begriff PSSM (Polysaccharid-Speicher-Myopathie) werden Erkrankungen beziehungsweise Störungen des Muskelstoffwechsels beschrieben. Dabei ist eine differenzierte Betrachtung wichtig.

 

PSSM1 ist mit einer Mutation im GYS1-Gen assoziiert und kann genetisch diagnostiziert werden.

 

Der früher häufig verwendete Begriff PSSM2 wird inzwischen zunehmend durch die Bezeichnung MIM (Muscle Integrity Myopathy) ersetzt. In diesem Zusammenhang werden verschiedene genetische Varianten beziehungsweise Haplotypen wie P2, P3, P4, P8 und Px diskutiert. Die wissenschaftliche Evidenz und diagnostische Aussagekraft dieser Varianten ist jedoch nicht mit der gut etablierten GYS1-Mutation bei PSSM1 gleichzusetzen. Deshalb sollten genetische Testergebnisse immer im Zusammenhang mit klinischer Symptomatik, tierärztlicher Diagnostik und dem individuellen Pferd betrachtet werden.

 

Bei diagnostizierten oder vermuteten Myopathien spielen insbesondere Fütterungsmanagement, Haltung, regelmäßige angepasste Bewegung und ein individuell abgestimmter Trainingsaufbau eine wichtige Rolle.

 

Physiotherapeutisch können ein kontrollierter Muskel- und Konditionsaufbau sowie die Behandlung sekundärer funktioneller Einschränkungen und muskulärer Überlastungen sinnvoll sein.

 

Auch persönlich begleitet mich dieses Thema: Mein eigenes Pferd ist von PSSM2 beziehungsweise MIM betroffen und trägt die P2-Variante heterozygot (N/P2). Dadurch beschäftige ich mich nicht nur aus therapeutischer Sicht intensiv mit dem Thema, sondern kenne auch viele der Fragen, die im täglichen Management eines betroffenen Pferdes entstehen.

 

Wenn dein Pferd von PSSM1, PSSM2/MIM oder einer entsprechenden genetischen Variante betroffen ist und du Fragen zu Training, Bewegung oder dem physiotherapeutischen Management hast, darfst du dich deshalb auch unabhängig von einer Behandlung gerne mit mir dazu austauschen.

 

Rehabilitation nach längerer Boxenruhe

Bereits längere Phasen reduzierter Bewegung können zu Verlust von Muskelmasse, Kondition und neuromuskulärer Leistungsfähigkeit führen.

 

Nach tierärztlicher Freigabe kann die Belastung schrittweise aufgebaut werden. Dabei geht es nicht ausschließlich darum, das Pferd „wieder mehr zu bewegen“, sondern Kraft, Ausdauer, Koordination und Belastbarkeit systematisch wiederherzustellen.

 

Rehabilitation nach Kolikoperationen

Nach einer Kolikoperation steht zunächst die komplikationsfreie Wund- und Gewebeheilung im Vordergrund. Der anschließende Bewegungsaufbau erfolgt entsprechend der chirurgischen beziehungsweise tierärztlichen Vorgaben.

 

Nach ausreichender Heilung können zunehmende Bewegung, später gezielter Muskelaufbau und – sofern tatsächlich funktionelle Einschränkungen bestehen – die Behandlung des Narbenumfeldes Bestandteile der Rehabilitation sein.

 

Narben und Gewebemobilität

Nach vollständig abgeschlossener Wundheilung können Narben hinsichtlich ihrer Verschieblichkeit gegenüber umliegenden Gewebeschichten beurteilt werden.

 

Eine Narbe muss jedoch nicht automatisch behandelt werden: Entscheidend ist, ob tatsächlich eine funktionell relevante Einschränkung vorliegt.

 

Ältere Pferde und Arthrose

Seniorpferde verlieren mit zunehmendem Alter häufig Muskelmasse und Kraft; gleichzeitig treten degenerative Gelenkveränderungen häufiger auf.

 

Ein angepasstes Bewegungsprogramm kann dazu beitragen, vorhandene Beweglichkeit, Kraft und funktionelle Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten.

 

Sportpferde, Freizeitpferde und Prävention

Physiotherapie muss nicht erst beginnen, wenn eine Verletzung vorliegt.

 

Bei Dressur-, Spring-, Vielseitigkeits-, Western-, Fahr- und Freizeitpferden können Bewegungsqualität, Beweglichkeit, Kraft und muskuläre Symmetrie regelmäßig beurteilt werden.

 

Bei wiederkehrenden Auffälligkeiten sollte allerdings nicht dauerhaft eine vermeintliche „Blockade“ behandelt werden. Stattdessen muss nach der Ursache gesucht werden – beispielsweise Schmerz, orthopädische Erkrankungen, Trainingsfehler oder unpassende Ausrüstung.

 

Wenn das Pferd keine Diagnose hat, aber „irgendetwas nicht stimmt“

Nicht immer lässt sich einer Veränderung im Bewegungsverhalten bereits eine bestimmte Erkrankung oder Diagnose zuordnen. Oft fällt zunächst einfach auf, dass sich etwas verändert hat oder das Pferd sich anders bewegt als gewohnt.

 

Beobachten lässt sich beispielsweise:

  • Mein Pferd läuft hinten steif.
  • Mein Pferd stolpert häufig.
  • Mein Pferd lässt sich links oder rechts schlecht stellen.
  • Mein Pferd springt auf einer Hand nicht richtig an.
  • Mein Pferd hält den Schweif schief.
  • Mein Pferd tritt mit einem Hinterbein kürzer.
  • Mein Pferd läuft taktunrein.
  • Mein Pferd ist im Rücken verspannt.
  • Mein Pferd drückt beim Putzen den Rücken weg.
  • Mein Pferd baut keine Rückenmuskulatur auf.
  • Mein Pferd hat eine schlechte Oberlinie.
  • Mein Pferd läuft auf der Vorhand.
  • Mein Pferd hat Schwierigkeiten beim Rückwärtsrichten.
  • Mein Pferd zeigt plötzlich Probleme beim Hufegeben.
  • Mein Pferd fühlt sich auf einer Hand anders an als auf der anderen.

 

Solche Beobachtungen können Hinweise auf funktionelle Probleme sein – sie können aber ebenso Ausdruck einer bislang nicht diagnostizierten Erkrankung sein.

 

Insbesondere bei neu aufgetretenen Lahmheiten, neurologischen Auffälligkeiten oder deutlichen Schmerzen sollte deshalb zunächst eine tierärztliche Abklärung erfolgen.

 

Mobile Pferdephysiotherapie und Pferdeosteopathie in Erfurt und Umgebung

Als mobile Pferdephysiotherapeutin und Pferdeosteopathin behandle ich Pferde in ihrem gewohnten Umfeld im Raum Nöda, Erfurt und Umgebung.

 

Dabei betrachte ich nicht nur einzelne verspannte Muskeln oder vermeintliche „Blockaden“, sondern das Zusammenspiel von Gelenken, Muskulatur, Faszien, Nervensystem und Bewegungsmuster.

 

Je nach Befund und Indikation können unter anderem Massage, Gelenkmobilisation, myofasziale Techniken, aktive Mobilisationsübungen, Bewegungstherapie, Koordinations- und Krafttraining, Thermo- und Kryotherapie, Taping, Elektrotherapie, Lymphdrainage und weitere physiotherapeutische beziehungsweise osteopathische Techniken eingesetzt werden.

 

Das Ziel ist nicht, möglichst viele Befunde zu „lösen“, sondern herauszufinden:

Welche Strukturen begrenzen dieses Pferd tatsächlich – warum sind diese Einschränkungen entstanden und wie lässt sich seine Bewegungsfunktion nachhaltig verbessern?

Bei welchen Erkrankungen kann Pferdephysiotherapie und Pferdeosteopathie helfen?

Nicht immer zeigt ein Pferd körperliche Beschwerden durch eine eindeutige Lahmheit. Häufig fallen zunächst Veränderungen im Bewegungsablauf, der Rittigkeit oder der Muskulatur auf.

 

Das Pferd lässt sich vielleicht auf einer Seite schlechter stellen, springt auf einer Hand ungern an, tritt mit einer Hintergliedmaße kürzer, stolpert häufiger, zeigt Probleme beim Rückwärtsrichten oder entwickelt trotz Training keine gleichmäßige Oberlinie.

 

Physiotherapie kann Pferde bei zahlreichen Erkrankungen des Bewegungsapparates, während der Rehabilitation nach Verletzungen und Operationen und bei bestimmten neurologischen Erkrankungen unterstützen. Auch bei chronischen internistischen Erkrankungen können funktionelle Begleiterscheinungen des Bewegungsapparates physiotherapeutisch relevant sein.

 

Dabei wird nicht ausschließlich die diagnostizierte Struktur betrachtet. Schmerzen oder Funktionsverluste einer Gliedmaße können das Bewegungsmuster des gesamten Pferdes verändern und sekundäre Überlastungen an anderen Gliedmaßen, Becken, Rücken, Brustkorb oder Hals hervorrufen.

 

Arthrose beim Pferd

Degenerative Gelenkerkrankungen können nahezu jedes Gelenk betreffen. Mögliche Folgen sind Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit, Steifheit und kompensatorische Veränderungen des Bewegungsablaufs.

 

Physiotherapie kann die arthrotischen Veränderungen selbst nicht rückgängig machen. Ziel ist vielmehr, vorhandene funktionelle Beweglichkeit möglichst zu erhalten, die gelenkstabilisierende Muskulatur zu fördern und sekundäre Muskel- und Faszienspannungen zu reduzieren.

 

Spat beim Pferd

Als Spat werden arthrotische Veränderungen der distalen Gelenkabteilungen des Sprunggelenks bezeichnet. Betroffene Pferde können unter anderem Anlaufschwierigkeiten, Steifheit und ein verändertes Bewegungsmuster der Hinterhand zeigen.

 

Neben der tierärztlichen Behandlung können die funktionelle Beweglichkeit angrenzender Strukturen sowie Kraft und Koordination der Hinterhand gefördert werden.

 

Besondere Aufmerksamkeit verdienen mögliche Kompensationen in Knie, Hüftregion, Becken, Rücken sowie der gegenüberliegenden Gliedmaße.

 

Schale und weitere Gelenkarthrosen

Auch bei Schale, Arthrose der Zehengelenke sowie degenerativen Veränderungen von Fessel-, Karpal-, Knie- oder anderen Gelenken können sekundäre funktionelle Einschränkungen physiotherapeutisch begleitet werden.

 

Dabei wird nicht versucht, knöcherne Veränderungen manuell zu beseitigen. Behandelt werden vielmehr funktionell beeinflussbare Faktoren wie Beweglichkeit angrenzender Strukturen, Muskulatur und kompensatorische Belastungsmuster.

 

Kissing Spines beim Pferd

Unter Kissing Spines werden Veränderungen im Bereich der Dornfortsätze der Wirbelsäule verstanden, insbesondere eng stehende oder sich berührende Dornfortsätze.

 

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einem bildgebenden Befund und dessen tatsächlicher klinischer Relevanz. Nicht jedes Pferd mit radiologischen Veränderungen zeigt entsprechende Rückenschmerzen. Bei klinisch relevanten Befunden kann Rehabilitation nach tierärztlicher Schmerztherapie beziehungsweise Behandlung einen wichtigen Stellenwert einnehmen.

 

Im Mittelpunkt können die Aktivierung und Koordination der Rumpfmuskulatur, eine verbesserte Bewegungskontrolle sowie ein systematisch aufgebautes Training stehen. Je nach Pferd können beispielsweise aktive Mobilisationsübungen, gezielte Bodenarbeit und später gymnastizierende Übungen eingesetzt werden.

 

Rückenschmerzen beim Pferd

Rückenschmerzen können zahlreiche Ursachen haben: Erkrankungen der Wirbelsäule, muskuläre Überlastung, Probleme einer Gliedmaße, unpassende Ausrüstung oder kompensatorische Bewegungsmuster kommen unter anderem infrage.

 

Eine verspannte Rückenmuskulatur ist deshalb zunächst ein Befund und keine Ursachenbeschreibung. Neben manuellen Weichteil- und myofaszialen Techniken können – abhängig von Ursache und Befund – Mobilisationsübungen und aktive Bewegungstherapie sinnvoll sein.

 

Halswirbelsäule und eingeschränkte Halsbeweglichkeit

Asymmetrische Halsbeweglichkeit oder Schwierigkeiten bei Stellung und Biegung können unterschiedliche Ursachen haben.

 

Physiotherapeutisch können funktionell eingeschränkte Gelenke sowie Muskulatur und myofasziale Strukturen untersucht und entsprechend behandelt werden. Bei Ataxie, deutlichen Koordinationsproblemen oder anderen neurologischen Auffälligkeiten steht dagegen zunächst die tierärztliche Diagnostik im Vordergrund.

 

Facettengelenke und Wirbelsäulenarthrose

Degenerative Veränderungen der Wirbelgelenke können unter anderem an Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule auftreten.

 

Nach tierärztlicher Diagnostik kann die Rehabilitation auf Schmerzmanagement, Erhalt funktioneller Beweglichkeit sowie Verbesserung der Rumpfkraft und Bewegungskontrolle ausgerichtet werden.

 

Iliosakralregion / ISG

Die Sakroiliakalregion ist wesentlich an der Kraftübertragung zwischen Hintergliedmaßen und Wirbelsäule beteiligt.

 

Schmerzen beziehungsweise Funktionsstörungen in diesem Bereich können sich unter anderem in reduzierter Leistungsfähigkeit, verändertem Hinterhandgebrauch oder Problemen bei bestimmten Bewegungsaufgaben äußern.

 

Statt eine vermeintliche „ISG-Blockade einzurenken“, richtet sich die physiotherapeutische Betrachtung auf die Funktion des gesamten lumbosakralen und pelvinen Systems. Je nach Befund können Rumpfkraft, Hinterhandkontrolle, Koordination und Beweglichkeit angrenzender Strukturen gezielt gefördert werden.

 

Sehnenverletzungen beim Pferd

Verletzungen beispielsweise der oberflächlichen oder tiefen Beugesehne benötigen eine sorgfältig gesteuerte Rehabilitation.

 

Entscheidend ist eine schrittweise Belastungssteigerung entsprechend der tierärztlichen Verlaufskontrolle und der biologischen Gewebeheilung. Im weiteren Verlauf können neben dem eigentlichen Belastungsaufbau auch Propriozeption, neuromuskuläre Kontrolle, Kraft und Koordination trainiert werden. Ebenso wichtig ist die Behandlung sekundärer Kompensationen, die während einer längeren Schonphase entstanden sind.

 

Fesselträger- und Bandverletzungen

Auch nach Verletzungen des Fesselträgers oder anderer Bandstrukturen muss Belastung kontrolliert aufgebaut werden.

 

Art und Geschwindigkeit der Rehabilitation hängen von Lokalisation, Ausmaß der Verletzung und Heilungsverlauf ab.

 

Physiotherapeutisch können zusätzlich kompensatorische Veränderungen des übrigen Bewegungsapparates berücksichtigt werden.

 

Muskelverletzungen und Muskelprobleme

Muskelzerrungen, Muskelfaserschäden und chronische Überlastungen können Bewegungsqualität und Leistungsfähigkeit erheblich beeinflussen.

 

Die Therapie richtet sich nach der Heilungsphase.

 

Nach einer akuten Verletzung steht zunächst die tierärztliche Abklärung im Vordergrund. Später können manuelle Techniken und ein kontrollierter aktiver Belastungsaufbau eingesetzt werden.

 

Bei wiederkehrenden Muskelverspannungen sollte außerdem untersucht werden, warum die betreffende Muskelgruppe dauerhaft mehr Arbeit übernimmt.

 

Knieprobleme und Patellafixation

Probleme im Bereich des Kniegelenks können den gesamten Bewegungsablauf der Hinterhand beeinflussen.

 

Bei einer verzögerten beziehungsweise intermittierenden Patellafreigabe kann – abhängig vom tierärztlichen Befund – ein gezieltes Trainingsprogramm zur Verbesserung von Kraft und Bewegungskontrolle der Hinterhand sinnvoll sein.

 

Rehabilitation nach Arthroskopien und orthopädischen Operationen

Nach Gelenkoperationen, Arthroskopien oder anderen orthopädischen Eingriffen können kontrollierter Bewegungsaufbau und gezieltes Muskeltraining die Rückkehr zur normalen Belastung begleiten.

 

Die Maßnahmen richten sich nach Operationsverfahren, Gewebeheilung und tierärztlichen Vorgaben.

 

Equines Asthma – früher unter anderem RAO, COB oder IAD

Unter dem Begriff Equines Asthma werden heute verschiedene entzündliche Erkrankungen der unteren Atemwege zusammengefasst. Ältere Bezeichnungen wie RAO, COB, IAD oder COPD finden sich insbesondere bei der Suche nach Informationen weiterhin häufig.

 

Equines Asthma ist primär eine internistische Atemwegserkrankung. Diagnostik und Behandlung gehören in tierärztliche Hand.

 

Von zentraler Bedeutung sind insbesondere die Reduktion inhalativer Auslöser durch konsequentes Haltungs- und Fütterungsmanagement sowie – abhängig vom Schweregrad – die tierärztliche medikamentöse Behandlung.

 

Physiotherapie ersetzt diese Maßnahmen nicht.

 

Dennoch kann ein chronisches Atemwegsproblem auch für den Bewegungsapparat relevant werden. Eine erhöhte Atemarbeit kann die Beanspruchung von Atem- und Atemhilfsmuskulatur verändern. Gleichzeitig können verminderte Belastbarkeit und Trainingspausen zu einem Verlust von Kondition und Muskulatur führen.

 

Physiotherapeutisch können deshalb sekundäre muskuloskelettale Befunde behandelt und – bei tierärztlich ausreichend eingestelltem und belastbarem Pferd – Kondition und Muskulatur kontrolliert wieder aufgebaut werden.

 

Das Trainingsprogramm muss dabei individuell an Erkrankungsgrad, aktuelle Atemwegssituation und Belastbarkeit angepasst werden. Manuelle Techniken am Brustkorb oder an der Muskulatur sind daher nicht als Behandlung der zugrunde liegenden Atemwegsentzündung zu verstehen, sondern können bei entsprechenden funktionellen Begleitbefunden eingesetzt werden.

 

Ataxie und neurologische Erkrankungen

Ataxie beschreibt eine Störung der Bewegungskoordination und ist keine eigenständige Diagnose. Unterschiedliche Erkrankungen des Nervensystems können ihr zugrunde liegen.

 

Bei neurologischen Auffälligkeiten ist deshalb zunächst eine tierärztliche neurologische Untersuchung erforderlich.

 

Ist eine physiotherapeutische Rehabilitation vertretbar, können – abhängig von Diagnose und Sicherheit – beispielsweise Propriozeption, Koordination und neuromuskuläre Kontrolle trainiert werden.

 

Die Sicherheit von Pferd, Therapeut und Besitzer hat dabei immer Vorrang.

 

Wobbler-Syndrom / zervikale vertebrale Stenose

Beim Wobbler-Syndrom können Veränderungen im Bereich der Halswirbelsäule das Rückenmark beeinträchtigen und zu Ataxie führen.

 

Hier ist eine fundierte tierärztliche Diagnostik unverzichtbar.

 

Ob und in welchem Umfang aktive oder manuelle physiotherapeutische Maßnahmen sinnvoll und sicher sind, muss anhand des individuellen Befundes entschieden werden.

 

Shivering beim Pferd

Shivering ist eine neurologische Bewegungsstörung, die sich insbesondere durch charakteristische episodische Bewegungsauffälligkeiten der Hintergliedmaßen und teilweise des Schweifes zeigt.

 

Häufig werden Auffälligkeiten beispielsweise beim Rückwärtsrichten oder beim Aufnehmen einer Hintergliedmaße sichtbar.

 

Physiotherapie kann Shivering nicht heilen. Abhängig vom individuellen Pferd kann sie jedoch dazu beitragen, allgemeine Kraft, Beweglichkeit und Bewegungskontrolle zu erhalten sowie sekundäre muskuloskelettale Überlastungen zu behandeln.

 

Das Management sollte dabei an die individuellen Auslöser und Schwierigkeiten des Pferdes angepasst werden.

 

Auch mit Shivering habe ich persönliche Erfahrung: Mein eigenes Pferd ist davon betroffen. Neben meiner therapeutischen Auseinandersetzung mit dem Krankheitsbild kenne ich daher auch die Herausforderungen, die Shivering im täglichen Umgang, beim Training oder beispielsweise beim Hufegeben mit sich bringen kann.

 

Wenn dein Pferd von Shivering betroffen ist, darfst du dich deshalb auch gerne über die eigentliche physiotherapeutische Behandlung hinaus mit mir zu diesem Thema austauschen.

 

Stringhalt / Hahnentritt

Beim Stringhalt oder Hahnentritt kommt es zu einer unwillkürlichen, teilweise ausgeprägten Hyperflexion einer oder beider Hintergliedmaßen.

 

Da unterschiedliche Formen und Ursachen möglich sind, steht zunächst die tierärztliche Diagnostik im Vordergrund. Physiotherapeutisch können – abhängig von Ursache und Verlauf – insbesondere sekundäre muskuläre Veränderungen sowie Kraft und Bewegungsfunktion berücksichtigt werden.

 

PSSM1, PSSM2 / MIM und andere Myopathien

Unter dem Begriff PSSM (Polysaccharid-Speicher-Myopathie) werden Erkrankungen beziehungsweise Störungen des Muskelstoffwechsels beschrieben. Dabei ist eine differenzierte Betrachtung wichtig.

 

PSSM1 ist mit einer Mutation im GYS1-Gen assoziiert und kann genetisch diagnostiziert werden.

 

Der früher häufig verwendete Begriff PSSM2 wird inzwischen zunehmend durch die Bezeichnung MIM (Muscle Integrity Myopathy) ersetzt. In diesem Zusammenhang werden verschiedene genetische Varianten beziehungsweise Haplotypen wie P2, P3, P4, P8 und Px diskutiert. Die wissenschaftliche Evidenz und diagnostische Aussagekraft dieser Varianten ist jedoch nicht mit der gut etablierten GYS1-Mutation bei PSSM1 gleichzusetzen. Deshalb sollten genetische Testergebnisse immer im Zusammenhang mit klinischer Symptomatik, tierärztlicher Diagnostik und dem individuellen Pferd betrachtet werden.

 

Bei diagnostizierten oder vermuteten Myopathien spielen insbesondere Fütterungsmanagement, Haltung, regelmäßige angepasste Bewegung und ein individuell abgestimmter Trainingsaufbau eine wichtige Rolle.

 

Physiotherapeutisch können ein kontrollierter Muskel- und Konditionsaufbau sowie die Behandlung sekundärer funktioneller Einschränkungen und muskulärer Überlastungen sinnvoll sein.

 

Auch persönlich begleitet mich dieses Thema: Mein eigenes Pferd ist von PSSM2 beziehungsweise MIM betroffen und trägt die P2-Variante heterozygot (N/P2). Dadurch beschäftige ich mich nicht nur aus therapeutischer Sicht intensiv mit dem Thema, sondern kenne auch viele der Fragen, die im täglichen Management eines betroffenen Pferdes entstehen.

 

Wenn dein Pferd von PSSM1, PSSM2/MIM oder einer entsprechenden genetischen Variante betroffen ist und du Fragen zu Training, Bewegung oder dem physiotherapeutischen Management hast, darfst du dich deshalb auch unabhängig von einer Behandlung gerne mit mir dazu austauschen.

 

Rehabilitation nach längerer Boxenruhe

Bereits längere Phasen reduzierter Bewegung können zu Verlust von Muskelmasse, Kondition und neuromuskulärer Leistungsfähigkeit führen.

 

Nach tierärztlicher Freigabe kann die Belastung schrittweise aufgebaut werden. Dabei geht es nicht ausschließlich darum, das Pferd „wieder mehr zu bewegen“, sondern Kraft, Ausdauer, Koordination und Belastbarkeit systematisch wiederherzustellen.

 

Rehabilitation nach Kolikoperationen

Nach einer Kolikoperation steht zunächst die komplikationsfreie Wund- und Gewebeheilung im Vordergrund. Der anschließende Bewegungsaufbau erfolgt entsprechend der chirurgischen beziehungsweise tierärztlichen Vorgaben.

 

Nach ausreichender Heilung können zunehmende Bewegung, später gezielter Muskelaufbau und – sofern tatsächlich funktionelle Einschränkungen bestehen – die Behandlung des Narbenumfeldes Bestandteile der Rehabilitation sein.

 

Narben und Gewebemobilität

Nach vollständig abgeschlossener Wundheilung können Narben hinsichtlich ihrer Verschieblichkeit gegenüber umliegenden Gewebeschichten beurteilt werden.

 

Eine Narbe muss jedoch nicht automatisch behandelt werden: Entscheidend ist, ob tatsächlich eine funktionell relevante Einschränkung vorliegt.

 

Ältere Pferde und Arthrose

Seniorpferde verlieren mit zunehmendem Alter häufig Muskelmasse und Kraft; gleichzeitig treten degenerative Gelenkveränderungen häufiger auf.

 

Ein angepasstes Bewegungsprogramm kann dazu beitragen, vorhandene Beweglichkeit, Kraft und funktionelle Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten.

 

Sportpferde, Freizeitpferde und Prävention

Physiotherapie muss nicht erst beginnen, wenn eine Verletzung vorliegt.

 

Bei Dressur-, Spring-, Vielseitigkeits-, Western-, Fahr- und Freizeitpferden können Bewegungsqualität, Beweglichkeit, Kraft und muskuläre Symmetrie regelmäßig beurteilt werden.

 

Bei wiederkehrenden Auffälligkeiten sollte allerdings nicht dauerhaft eine vermeintliche „Blockade“ behandelt werden. Stattdessen muss nach der Ursache gesucht werden – beispielsweise Schmerz, orthopädische Erkrankungen, Trainingsfehler oder unpassende Ausrüstung.

 

Wenn das Pferd keine Diagnose hat, aber „irgendetwas nicht stimmt“

Nicht immer lässt sich einer Veränderung im Bewegungsverhalten bereits eine bestimmte Erkrankung oder Diagnose zuordnen. Oft fällt zunächst einfach auf, dass sich etwas verändert hat oder das Pferd sich anders bewegt als gewohnt.

 

Beobachten lässt sich beispielsweise:

  • Mein Pferd läuft hinten steif.
  • Mein Pferd stolpert häufig.
  • Mein Pferd lässt sich links oder rechts schlecht stellen.
  • Mein Pferd springt auf einer Hand nicht richtig an.
  • Mein Pferd hält den Schweif schief.
  • Mein Pferd tritt mit einem Hinterbein kürzer.
  • Mein Pferd läuft taktunrein.
  • Mein Pferd ist im Rücken verspannt.
  • Mein Pferd drückt beim Putzen den Rücken weg.
  • Mein Pferd baut keine Rückenmuskulatur auf.
  • Mein Pferd hat eine schlechte Oberlinie.
  • Mein Pferd läuft auf der Vorhand.
  • Mein Pferd hat Schwierigkeiten beim Rückwärtsrichten.
  • Mein Pferd zeigt plötzlich Probleme beim Hufegeben.
  • Mein Pferd fühlt sich auf einer Hand anders an als auf der anderen.

 

Solche Beobachtungen können Hinweise auf funktionelle Probleme sein – sie können aber ebenso Ausdruck einer bislang nicht diagnostizierten Erkrankung sein.

 

Insbesondere bei neu aufgetretenen Lahmheiten, neurologischen Auffälligkeiten oder deutlichen Schmerzen sollte deshalb zunächst eine tierärztliche Abklärung erfolgen.

 

Mobile Pferdephysiotherapie und Pferdeosteopathie in Erfurt und Umgebung

Als mobile Pferdephysiotherapeutin und Pferdeosteopathin behandle ich Pferde in ihrem gewohnten Umfeld im Raum Nöda, Erfurt und Umgebung.

 

Dabei betrachte ich nicht nur einzelne verspannte Muskeln oder vermeintliche „Blockaden“, sondern das Zusammenspiel von Gelenken, Muskulatur, Faszien, Nervensystem und Bewegungsmuster.

 

Je nach Befund und Indikation können unter anderem Massage, Gelenkmobilisation, myofasziale Techniken, aktive Mobilisationsübungen, Bewegungstherapie, Koordinations- und Krafttraining, Thermo- und Kryotherapie, Taping, Elektrotherapie, Lymphdrainage und weitere physiotherapeutische beziehungsweise osteopathische Techniken eingesetzt werden.

 

Das Ziel ist nicht, möglichst viele Befunde zu „lösen“, sondern herauszufinden:

Welche Strukturen begrenzen dieses Pferd tatsächlich – warum sind diese Einschränkungen entstanden und wie lässt sich seine Bewegungsfunktion nachhaltig verbessern?

Tierosteopathie

für Pferd & Hund

Den Körper als Ganzes betrachten

Bewegung entsteht durch das Zusammenspiel vieler Strukturen. Gelenke, Muskulatur, Faszien, Bindegewebe und Nervensystem müssen aufeinander abgestimmt arbeiten, damit sich ein Tier frei, koordiniert und möglichst ökonomisch bewegen kann.

 

Entsteht in einem Bereich eine funktionelle Einschränkung, kann der Körper diese häufig zunächst kompensieren. Andere Gelenke oder Muskelgruppen übernehmen zusätzliche Arbeit, Bewegungsabläufe verändern sich und es können sekundäre Überlastungen entstehen.

 

Genau hier setzt die Osteopathie bei Pferd und Hund an.

 

In meiner osteopathischen Behandlung betrachte ich deshalb nicht ausschließlich die Körperregion, an der eine Auffälligkeit sichtbar oder spürbar wird. Ich untersuche den Körper auf funktionelle Bewegungseinschränkungen, veränderte Gewebespannungen und mögliche Zusammenhänge zwischen verschiedenen Körperregionen.

 

Dabei steht für mich eine zentrale Frage im Vordergrund:

Wo liegt die für dieses Tier relevante Einschränkung – und warum ist sie entstanden?

 

Was wird bei einer osteopathischen Untersuchung betrachtet?

Eine osteopathische Untersuchung kann unterschiedliche Strukturen und Körperregionen einbeziehen. Welche davon im Mittelpunkt stehen, richtet sich immer nach dem individuellen Befund.

 

Betrachtet werden können unter anderem:

  • Wirbelsäule und Gelenke
  • Muskulatur
  • Faszien und Bindegewebe
  • Brustkorb und Rippen
  • Becken und Sakroiliakalregion
  • funktionelle Übergänge zwischen verschiedenen Körperregionen
  • Narben und umliegende Gewebestrukturen
  • craniosacrale Strukturen
  • viszerale Strukturen und deren umgebendes Gewebe

 

Dabei geht es nicht darum, möglichst viele vermeintliche „Blockaden“ zu finden.

 

Nicht jede eingeschränkte Beweglichkeit ist automatisch behandlungsbedürftig. Entscheidend ist vielmehr, welche Befunde das Bewegungsverhalten des jeweiligen Pferdes oder Hundes tatsächlich beeinflussen und welche Zusammenhänge dahinterstehen.

 

Parietale Osteopathie – Bewegungsapparat im Mittelpunkt

Die parietale Osteopathie beschäftigt sich insbesondere mit Gelenken, Wirbelsäule, Muskulatur und Faszien. Dabei werden Bewegungsausmaß und Bewegungsqualität verschiedener Strukturen untersucht.

 

Je nach Befund können beispielsweise Gelenkmobilisationen, Muskeltechniken und myofasziale Techniken eingesetzt werden, um funktionelle Bewegungseinschränkungen zu behandeln.

 

Eine eingeschränkte Beweglichkeit wird dabei nicht nur lokal betrachtet.

 

Zeigt beispielsweise ein Gelenk eine veränderte Beweglichkeit oder ist eine bestimmte Muskelgruppe dauerhaft überlastet, stellt sich auch die Frage, warum diese Veränderung entstanden ist und welche weiteren Körperregionen daran beteiligt sein könnten.

 

Faszien und myofasziale Strukturen

Faszien und andere bindegewebige Strukturen umgeben und verbinden Muskeln, Nerven, Gefäße und zahlreiche weitere Strukturen des Körpers. Verletzungen, Operationen, veränderte Belastung oder länger bestehende Schonhaltungen können mit Veränderungen der Gewebespannung und Verschieblichkeit einhergehen.

 

Myofasziale Techniken können eingesetzt werden, um entsprechende Spannungsverhältnisse und Einschränkungen der Gewebebeweglichkeit zu behandeln und so die Gesamtbeweglichkeit zu unterstützen.

 

Viszerale Osteopathie – innere Strukturen mit einbeziehen

Die viszerale Osteopathie erweitert die osteopathische Betrachtung um die inneren Organe, ihre umgebenden Gewebe sowie ihre anatomischen Aufhängungs- und Verbindungsstrukturen. Über Bindegewebe, Faszien und weitere anatomische Strukturen stehen diese Bereiche mit anderen Regionen des Körpers in Verbindung.

 

Im Rahmen der osteopathischen Untersuchung können Spannungs- und Beweglichkeitsverhältnisse der entsprechenden Gewebe beurteilt und bei auffälligen Befunden mit sanften manuellen Techniken behandelt werden.

 

Die viszerale Osteopathie ergänzt damit die Betrachtung des Bewegungsapparates. Sie ersetzt jedoch keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung einer Erkrankung der inneren Organe. Akute oder bislang ungeklärte internistische Beschwerden gehören deshalb zunächst tierärztlich abgeklärt.

 

Craniosacrale Osteopathie

Die craniosacrale Osteopathie bezieht insbesondere Schädel, Wirbelsäule und Kreuzbein sowie die damit verbundenen Gewebestrukturen in die osteopathische Betrachtung ein. Dabei kommen überwiegend sehr sanfte manuelle Techniken zum Einsatz.

 

Abhängig vom individuellen Befund können craniosacrale Techniken in die Gesamtbehandlung integriert und mit parietalen, myofaszialen oder viszeralen Techniken kombiniert werden.

 

Brustkorb und Rippen

Auch der Brustkorb kann Bestandteil einer osteopathischen Untersuchung sein. Rippen, Brustwirbelsäule und die umgebende Muskulatur sind an der Bewegungsmechanik des Rumpfes beteiligt. Gleichzeitig muss der Brustkorb während der Atmung kontinuierlich Bewegung ermöglichen. Bei entsprechenden funktionellen Befunden können deshalb Rippenbeweglichkeit, Brustwirbelsäule sowie die beteiligten muskulären und myofaszialen Strukturen in die Behandlung einbezogen werden.

 

Bei Erkrankungen der Atemwege – beispielsweise Equinem Asthma beim Pferd oder chronischen Atemwegserkrankungen beim Hund – behandelt die Osteopathie nicht die zugrunde liegende Erkrankung. Sie kann jedoch begleitende muskuloskelettale Befunde berücksichtigen.

 

Becken und Sakroiliakalregion

Auch Becken und Sakroiliakalregion werden bei Pferd und Hund nicht isoliert betrachtet. Die Region ist funktionell eng mit den Hintergliedmaßen, dem lumbosakralen Übergang, der Wirbelsäule und der Rumpfmuskulatur verbunden.

 

Statt eine Auffälligkeit pauschal als „ISG-Blockade“ zu bezeichnen, untersuche ich deshalb, wie die verschiedenen beteiligten Strukturen zusammenarbeiten und wo tatsächlich funktionelle Einschränkungen bestehen.

 

Narben und ihre Umgebung

Narben nach Operationen oder Verletzungen können ebenfalls in die physiotherapeutische und osteopathische Untersuchung einbezogen werden.

 

Beim Pferd kann dies beispielsweise nach einer Kolikoperation, beim Hund nach orthopädischen Eingriffen oder anderen Operationen relevant sein.

 

Nach vollständiger Wundheilung kann unter anderem beurteilt werden, wie gut Haut, Unterhaut und angrenzende Gewebeschichten gegeneinander verschieblich sind.

 

Bestehen funktionell relevante Einschränkungen, kann das Narbenumfeld gezielt in die Behandlung einbezogen werden.

 

Wann kann Osteopathie beim Hund sinnvoll sein?

Hunde zeigen körperliche Veränderungen auf ganz unterschiedliche Weise.

 

Eine osteopathische Untersuchung kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn dein Hund

  • sich zunehmend steif bewegt,
  • eine Körperseite auffällig bevorzugt,
  • Schwierigkeiten beim Aufstehen, Hinlegen, Treppensteigen oder Springen zeigt,
  • nach einer Verletzung oder Operation ein verändertes Bewegungsmuster entwickelt hat,
  • asymmetrisch bemuskelt ist,
  • wiederkehrende muskuläre Spannungen zeigt,
  • im Sport oder bei der Arbeit körperlich stark belastet wird oder
  • im Alter zunehmend an Beweglichkeit verliert.

 

Auch Sport-, Arbeits- und Familienhunde ohne bekannte Erkrankung können osteopathisch und physiotherapeutisch begleitet werden.

 

Bei plötzlich auftretenden Lahmheiten, deutlichen Schmerzen, neurologischen Auffälligkeiten oder bislang ungeklärten akuten Beschwerden steht zunächst die tierärztliche Diagnostik im Vordergrund.

 

Wann kann Osteopathie beim Pferd sinnvoll sein?

Beim Pferd machen sich funktionelle Einschränkungen häufig nicht nur durch eine offensichtliche Lahmheit bemerkbar. Manchmal verändert sich zunächst lediglich das Gefühl beim Reiten oder im täglichen Umgang.

 

Eine osteopathische Untersuchung kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn

  • sich das Pferd auf einer Seite schlechter stellen oder biegen lässt,
  • eine Hand deutlich schwieriger erscheint,
  • ein Galopp schwerer fällt,
  • das Pferd Probleme beim Rückwärtsrichten zeigt,
  • der Rücken fest oder wenig schwingend wirkt,
  • die Hintergliedmaßen unterschiedlich eingesetzt werden,
  • sich die Bemuskelung asymmetrisch entwickelt,
  • wiederkehrende muskuläre Spannungen auffallen,
  • nach einer Verletzung oder längeren Schonphase Kompensationen entstanden sind oder
  • sich Bewegungsqualität oder Rittigkeit verändert haben.

 

Auch bei Sport- und Freizeitpferden ohne bekannte Erkrankung können Beweglichkeit und Bewegungsqualität regelmäßig beurteilt werden.

 

Dressur, Springen, Vielseitigkeit, Westernreiten, Fahren und andere Disziplinen stellen unterschiedliche Anforderungen an Beweglichkeit, Kraft, Koordination und Belastbarkeit.

 

Veränderungen der Rittigkeit oder Bewegung sind jedoch nicht automatisch osteopathische Befunde. Sie können ebenso mit Schmerzen, orthopädischen oder neurologischen Erkrankungen, Trainingsfaktoren oder der Ausrüstung zusammenhängen.

 

Bei neu aufgetretenen Lahmheiten, deutlichen Schmerzen oder neurologischen Auffälligkeiten sollte deshalb zunächst eine tierärztliche Abklärung erfolgen.

 

Osteopathie und Physiotherapie – warum ich beides verbinde

Für mich sind Tierosteopathie und Tierphysiotherapie keine getrennten Welten, sondern zwei Ansätze, die sich sinnvoll ergänzen.

 

Mit manuellen und osteopathischen Techniken können funktionelle Bewegungseinschränkungen und veränderte Gewebespannungen behandelt werden.

 

Anschließend kann aktive Bewegungstherapie dabei helfen, die vorhandene Beweglichkeit auch tatsächlich in Bewegung umzusetzen und funktionell zu stabilisieren.

 

Beim Hund können beispielsweise gezielter Muskelaufbau, Koordinationsübungen, Propriozeptionstraining oder ein individuelles Heimübungsprogramm eingesetzt werden.

 

Beim Pferd können unter anderem aktive Mobilisationsübungen, Bodenarbeit, Koordinationsübungen, Stangenarbeit und individuell abgestimmtes Muskeltraining die manuelle Behandlung ergänzen.

 

Welche Kombination sinnvoll ist, entscheidet sich nicht nach einem festen Schema, sondern nach dem individuellen Befund.

 

Tierosteopathie für Pferd und Hund in Erfurt und Mittelthüringen

Als Tierosteopathin und Tierphysiotherapeutin für Pferd und Hund verbinde ich osteopathische und physiotherapeutische Behandlung individuell miteinander.

 

Pferde behandle ich mobil direkt in ihrem gewohnten Umfeld. Mein reguläres Einzugsgebiet umfasst insbesondere Erfurt, Weimar, Gotha und die umliegenden Regionen in Mittelthüringen.

 

Sammeltermine im Pferdestall

Bei Sammelterminen mit mehreren Pferden in einem Stall ist auch eine weitere Anfahrt möglich. Nach individueller Absprache erweitere ich meinen Einsatzbereich gerne und fahre für entsprechend gebündelte Termine auch Ställe in einer Entfernung von bis zu etwa 1,5 Stunden Fahrzeit an.

 

Wenn du mehrere Pferde in deinem Stall für einen gemeinsamen Behandlungstermin zusammenbringen möchtest, sprich mich gerne an. Dann können wir gemeinsam schauen, ob sich Anfahrt und Terminplanung sinnvoll organisieren lassen.

 

Für Hunde biete ich die Behandlung in meiner Praxis sowie – je nach Fall und Entfernung – auch mobil an.

 

Je nach Befund kombiniere ich parietale, myofasziale, viszerale und craniosacrale Osteopathie mit physiotherapeutischen Techniken und aktiver Bewegungstherapie.

 

Dabei steht für mich nicht nur die einzelne eingeschränkte Struktur im Mittelpunkt, sondern das Zusammenspiel des gesamten Bewegungsapparates.

 

Mein Ziel ist es herauszufinden:

Wo ist die Bewegungsfunktion eingeschränkt, welche Zusammenhänge und Kompensationen bestehen – und was benötigt dieses Tier, um seinen Körper wieder möglichst frei, funktionell und belastbar einzusetzen?

Den Körper als Ganzes betrachten

Bewegung entsteht durch das Zusammenspiel vieler Strukturen. Gelenke, Muskulatur, Faszien, Bindegewebe und Nervensystem müssen aufeinander abgestimmt arbeiten, damit sich ein Tier frei, koordiniert und möglichst ökonomisch bewegen kann.

 

Entsteht in einem Bereich eine funktionelle Einschränkung, kann der Körper diese häufig zunächst kompensieren. Andere Gelenke oder Muskelgruppen übernehmen zusätzliche Arbeit, Bewegungsabläufe verändern sich und es können sekundäre Überlastungen entstehen.

 

Genau hier setzt die Osteopathie bei Pferd und Hund an.

 

In meiner osteopathischen Behandlung betrachte ich deshalb nicht ausschließlich die Körperregion, an der eine Auffälligkeit sichtbar oder spürbar wird. Ich untersuche den Körper auf funktionelle Bewegungseinschränkungen, veränderte Gewebespannungen und mögliche Zusammenhänge zwischen verschiedenen Körperregionen.

 

Dabei steht für mich eine zentrale Frage im Vordergrund:

Wo liegt die für dieses Tier relevante Einschränkung – und warum ist sie entstanden?

 

Was wird bei einer osteopathischen Untersuchung betrachtet?

Eine osteopathische Untersuchung kann unterschiedliche Strukturen und Körperregionen einbeziehen. Welche davon im Mittelpunkt stehen, richtet sich immer nach dem individuellen Befund.

 

Betrachtet werden können unter anderem:

  • Wirbelsäule und Gelenke
  • Muskulatur
  • Faszien und Bindegewebe
  • Brustkorb und Rippen
  • Becken und Sakroiliakalregion
  • funktionelle Übergänge zwischen verschiedenen Körperregionen
  • Narben und umliegende Gewebestrukturen
  • craniosacrale Strukturen
  • viszerale Strukturen und deren umgebendes Gewebe

 

Dabei geht es nicht darum, möglichst viele vermeintliche „Blockaden“ zu finden.

 

Nicht jede eingeschränkte Beweglichkeit ist automatisch behandlungsbedürftig. Entscheidend ist vielmehr, welche Befunde das Bewegungsverhalten des jeweiligen Pferdes oder Hundes tatsächlich beeinflussen und welche Zusammenhänge dahinterstehen.

 

Parietale Osteopathie – Bewegungsapparat im Mittelpunkt

Die parietale Osteopathie beschäftigt sich insbesondere mit Gelenken, Wirbelsäule, Muskulatur und Faszien. Dabei werden Bewegungsausmaß und Bewegungsqualität verschiedener Strukturen untersucht.

 

Je nach Befund können beispielsweise Gelenkmobilisationen, Muskeltechniken und myofasziale Techniken eingesetzt werden, um funktionelle Bewegungseinschränkungen zu behandeln.

 

Eine eingeschränkte Beweglichkeit wird dabei nicht nur lokal betrachtet.

 

Zeigt beispielsweise ein Gelenk eine veränderte Beweglichkeit oder ist eine bestimmte Muskelgruppe dauerhaft überlastet, stellt sich auch die Frage, warum diese Veränderung entstanden ist und welche weiteren Körperregionen daran beteiligt sein könnten.

 

Faszien und myofasziale Strukturen

Faszien und andere bindegewebige Strukturen umgeben und verbinden Muskeln, Nerven, Gefäße und zahlreiche weitere Strukturen des Körpers. Verletzungen, Operationen, veränderte Belastung oder länger bestehende Schonhaltungen können mit Veränderungen der Gewebespannung und Verschieblichkeit einhergehen.

 

Myofasziale Techniken können eingesetzt werden, um entsprechende Spannungsverhältnisse und Einschränkungen der Gewebebeweglichkeit zu behandeln und so die Gesamtbeweglichkeit zu unterstützen.

 

Viszerale Osteopathie – innere Strukturen mit einbeziehen

Die viszerale Osteopathie erweitert die osteopathische Betrachtung um die inneren Organe, ihre umgebenden Gewebe sowie ihre anatomischen Aufhängungs- und Verbindungsstrukturen. Über Bindegewebe, Faszien und weitere anatomische Strukturen stehen diese Bereiche mit anderen Regionen des Körpers in Verbindung.

 

Im Rahmen der osteopathischen Untersuchung können Spannungs- und Beweglichkeitsverhältnisse der entsprechenden Gewebe beurteilt und bei auffälligen Befunden mit sanften manuellen Techniken behandelt werden.

 

Die viszerale Osteopathie ergänzt damit die Betrachtung des Bewegungsapparates. Sie ersetzt jedoch keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung einer Erkrankung der inneren Organe. Akute oder bislang ungeklärte internistische Beschwerden gehören deshalb zunächst tierärztlich abgeklärt.

 

Craniosacrale Osteopathie

Die craniosacrale Osteopathie bezieht insbesondere Schädel, Wirbelsäule und Kreuzbein sowie die damit verbundenen Gewebestrukturen in die osteopathische Betrachtung ein. Dabei kommen überwiegend sehr sanfte manuelle Techniken zum Einsatz.

 

Abhängig vom individuellen Befund können craniosacrale Techniken in die Gesamtbehandlung integriert und mit parietalen, myofaszialen oder viszeralen Techniken kombiniert werden.

 

Brustkorb und Rippen

Auch der Brustkorb kann Bestandteil einer osteopathischen Untersuchung sein. Rippen, Brustwirbelsäule und die umgebende Muskulatur sind an der Bewegungsmechanik des Rumpfes beteiligt. Gleichzeitig muss der Brustkorb während der Atmung kontinuierlich Bewegung ermöglichen. Bei entsprechenden funktionellen Befunden können deshalb Rippenbeweglichkeit, Brustwirbelsäule sowie die beteiligten muskulären und myofaszialen Strukturen in die Behandlung einbezogen werden.

 

Bei Erkrankungen der Atemwege – beispielsweise Equinem Asthma beim Pferd oder chronischen Atemwegserkrankungen beim Hund – behandelt die Osteopathie nicht die zugrunde liegende Erkrankung. Sie kann jedoch begleitende muskuloskelettale Befunde berücksichtigen.

 

Becken und Sakroiliakalregion

Auch Becken und Sakroiliakalregion werden bei Pferd und Hund nicht isoliert betrachtet. Die Region ist funktionell eng mit den Hintergliedmaßen, dem lumbosakralen Übergang, der Wirbelsäule und der Rumpfmuskulatur verbunden.

 

Statt eine Auffälligkeit pauschal als „ISG-Blockade“ zu bezeichnen, untersuche ich deshalb, wie die verschiedenen beteiligten Strukturen zusammenarbeiten und wo tatsächlich funktionelle Einschränkungen bestehen.

 

Narben und ihre Umgebung

Narben nach Operationen oder Verletzungen können ebenfalls in die physiotherapeutische und osteopathische Untersuchung einbezogen werden.

 

Beim Pferd kann dies beispielsweise nach einer Kolikoperation, beim Hund nach orthopädischen Eingriffen oder anderen Operationen relevant sein.

 

Nach vollständiger Wundheilung kann unter anderem beurteilt werden, wie gut Haut, Unterhaut und angrenzende Gewebeschichten gegeneinander verschieblich sind.

 

Bestehen funktionell relevante Einschränkungen, kann das Narbenumfeld gezielt in die Behandlung einbezogen werden.

 

Wann kann Osteopathie beim Hund sinnvoll sein?

Hunde zeigen körperliche Veränderungen auf ganz unterschiedliche Weise.

 

Eine osteopathische Untersuchung kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn dein Hund

  • sich zunehmend steif bewegt,
  • eine Körperseite auffällig bevorzugt,
  • Schwierigkeiten beim Aufstehen, Hinlegen, Treppensteigen oder Springen zeigt,
  • nach einer Verletzung oder Operation ein verändertes Bewegungsmuster entwickelt hat,
  • asymmetrisch bemuskelt ist,
  • wiederkehrende muskuläre Spannungen zeigt,
  • im Sport oder bei der Arbeit körperlich stark belastet wird oder
  • im Alter zunehmend an Beweglichkeit verliert.

 

Auch Sport-, Arbeits- und Familienhunde ohne bekannte Erkrankung können osteopathisch und physiotherapeutisch begleitet werden.

 

Bei plötzlich auftretenden Lahmheiten, deutlichen Schmerzen, neurologischen Auffälligkeiten oder bislang ungeklärten akuten Beschwerden steht zunächst die tierärztliche Diagnostik im Vordergrund.

 

Wann kann Osteopathie beim Pferd sinnvoll sein?

Beim Pferd machen sich funktionelle Einschränkungen häufig nicht nur durch eine offensichtliche Lahmheit bemerkbar. Manchmal verändert sich zunächst lediglich das Gefühl beim Reiten oder im täglichen Umgang.

 

Eine osteopathische Untersuchung kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn

  • sich das Pferd auf einer Seite schlechter stellen oder biegen lässt,
  • eine Hand deutlich schwieriger erscheint,
  • ein Galopp schwerer fällt,
  • das Pferd Probleme beim Rückwärtsrichten zeigt,
  • der Rücken fest oder wenig schwingend wirkt,
  • die Hintergliedmaßen unterschiedlich eingesetzt werden,
  • sich die Bemuskelung asymmetrisch entwickelt,
  • wiederkehrende muskuläre Spannungen auffallen,
  • nach einer Verletzung oder längeren Schonphase Kompensationen entstanden sind oder
  • sich Bewegungsqualität oder Rittigkeit verändert haben.

 

Auch bei Sport- und Freizeitpferden ohne bekannte Erkrankung können Beweglichkeit und Bewegungsqualität regelmäßig beurteilt werden.

 

Dressur, Springen, Vielseitigkeit, Westernreiten, Fahren und andere Disziplinen stellen unterschiedliche Anforderungen an Beweglichkeit, Kraft, Koordination und Belastbarkeit.

 

Veränderungen der Rittigkeit oder Bewegung sind jedoch nicht automatisch osteopathische Befunde. Sie können ebenso mit Schmerzen, orthopädischen oder neurologischen Erkrankungen, Trainingsfaktoren oder der Ausrüstung zusammenhängen.

 

Bei neu aufgetretenen Lahmheiten, deutlichen Schmerzen oder neurologischen Auffälligkeiten sollte deshalb zunächst eine tierärztliche Abklärung erfolgen.

 

Osteopathie und Physiotherapie – warum ich beides verbinde

Für mich sind Tierosteopathie und Tierphysiotherapie keine getrennten Welten, sondern zwei Ansätze, die sich sinnvoll ergänzen.

 

Mit manuellen und osteopathischen Techniken können funktionelle Bewegungseinschränkungen und veränderte Gewebespannungen behandelt werden.

 

Anschließend kann aktive Bewegungstherapie dabei helfen, die vorhandene Beweglichkeit auch tatsächlich in Bewegung umzusetzen und funktionell zu stabilisieren.

 

Beim Hund können beispielsweise gezielter Muskelaufbau, Koordinationsübungen, Propriozeptionstraining oder ein individuelles Heimübungsprogramm eingesetzt werden.

 

Beim Pferd können unter anderem aktive Mobilisationsübungen, Bodenarbeit, Koordinationsübungen, Stangenarbeit und individuell abgestimmtes Muskeltraining die manuelle Behandlung ergänzen.

 

Welche Kombination sinnvoll ist, entscheidet sich nicht nach einem festen Schema, sondern nach dem individuellen Befund.

 

Tierosteopathie für Pferd und Hund in Erfurt und Mittelthüringen

Als Tierosteopathin und Tierphysiotherapeutin für Pferd und Hund verbinde ich osteopathische und physiotherapeutische Behandlung individuell miteinander.

 

Pferde behandle ich mobil direkt in ihrem gewohnten Umfeld. Mein reguläres Einzugsgebiet umfasst insbesondere Erfurt, Weimar, Gotha und die umliegenden Regionen in Mittelthüringen.

 

Sammeltermine im Pferdestall

Bei Sammelterminen mit mehreren Pferden in einem Stall ist auch eine weitere Anfahrt möglich. Nach individueller Absprache erweitere ich meinen Einsatzbereich gerne und fahre für entsprechend gebündelte Termine auch Ställe in einer Entfernung von bis zu etwa 1,5 Stunden Fahrzeit an.

 

Wenn du mehrere Pferde in deinem Stall für einen gemeinsamen Behandlungstermin zusammenbringen möchtest, sprich mich gerne an. Dann können wir gemeinsam schauen, ob sich Anfahrt und Terminplanung sinnvoll organisieren lassen.

 

Für Hunde biete ich die Behandlung in meiner Praxis sowie – je nach Fall und Entfernung – auch mobil an.

 

Je nach Befund kombiniere ich parietale, myofasziale, viszerale und craniosacrale Osteopathie mit physiotherapeutischen Techniken und aktiver Bewegungstherapie.

 

Dabei steht für mich nicht nur die einzelne eingeschränkte Struktur im Mittelpunkt, sondern das Zusammenspiel des gesamten Bewegungsapparates.

 

Mein Ziel ist es herauszufinden:

Wo ist die Bewegungsfunktion eingeschränkt, welche Zusammenhänge und Kompensationen bestehen – und was benötigt dieses Tier, um seinen Körper wieder möglichst frei, funktionell und belastbar einzusetzen?

Termin vereinbaren

Hast du Fragen zu den Behandlungsmethoden oder möchtest du wissen, welche Therapie für dein Tier geeignet ist?

 

Ich berate dich gern persönlich.

 

Telefon: 015144821228
E-Mail: kontakt@fundatus-tiertherapie.de
Standort: Erfurt, Weimar, Sömmerda und Umgebung